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Das El Hierro-Lexikon

La Palma, Teneriffa, Lanzarote, Gran Canaria und Fuertoventura – alles schon gesehen? Wie wäre diesmal ein Urlaub auf der Kanareninsel El Hierro? – El Hierro ist zwar die kleinste Insel der Kanaren, aber auch die ruhigste und die bisher noch am Unbekannteste. El Hierro liegt dabei im äußersten Südwesten des kanarischen Archipels. Der Flughafen von El Hierro ist nicht so gut ausgebaut. Dennoch werden aber auch hier Touristen „nicht im Regen stehen gelassen“. Es gibt auch auf El Hierro zahlreiche Feriendomizile, sowie die Möglichkeit einen Mietwagen zu mieten.

El Hierro ist dabei insbesondere für die Touristen etwas, die eher die Abgeschiedenheit und die Natur lieben. Obwohl es auf El Hierro dabei keine natürlichen Quellen und Flüsse gibt, gehört El Hierro zu den grünsten Inseln der Kanaren. Dies hängt mit dem dort herrschenden Klima zusammen. Es ist nämlich so, dass dort die Passatwolken sehr weit verbreitet sind und es dort sehr viel Nebel gibt, was letztlich für die üppige Vegetation sorgt. Insbesondere auf Höhen von 500 m bis 1.200 bekommen Pflanzen auf El Hierro ihr für das üppige Wachstum notwendige Wasser. Das pflanzenfreundliche Klima herrscht im Übrigen das ganze Jahr über auf El Hierro. Auf El Hierro gedeihen dabei zum Beispiel gigantische Gummibäume, wie auch Weihnachtsstern und Hibiskus. Etwa 10 Pflanzenarten kommen einzig nachweislich nur auf El Hierro vor. Darüber hinaus beherbergt El Hierro aber auch über 100 weitere Arten, die es außer auf El Hierro nur noch auf den benachbarten kanarischen Inseln gibt, wie zum Beispiel den Drago, den Drachenbaum.

Urlaub auf El Hierro – kein Urlaub im Massentourismus

El Hierro ist die kleinste der sieben großen Kanarischen Inseln, die im Atlantischen Ozean liegen. Vom Festland Spaniens liegt El Hierro rund 1.458 km entfernt. Im Jahr 2000 wurde die Insel von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

Der Massentourismus hat bislang auf El Hierro noch keinen Einzug gehalten. Nach dem Willen der rund 10.500 Inselbewohner soll dies auch so bleiben. Es ist von Seiten der Verwaltung her geplant die Bettenanzahl wenn nur geringfügig zu erhöhen. Es ist nämlich auf den Kanarischen Inseln so, dass der Kampf gegen die Auswüchse des Massentourismus inzwischen begonnen hat. Das Regionalparlament in Santa Cruz auf Teneriffa beschloss nämlich, dass es keine weitere Ausweitung der Bettenzahl in großem Ausmaß geben soll. El Hierro und auch die anderen Inseln der Kanaren möchten weiterhin als Urlaubsziel für diejenigen Touristen attraktive bleiben, die die Abgeschiedenheit lieben und Massentourismus verabscheuen.

Dabei ist leider auch zu sagen, dass gerade El Hierro durch seine eher umständliche Erreichbarkeit, sowie das Fehlen von klassischen Stränden für pauschale Familienurlaube sowieso eher ungeeignet ist. Der einzige klassische Badestrand von El Hierro liegt dabei an der Westküste und heißt Playa del Verodal, hat aber eine beachtliche Länge von einigen 100 km und ist ein Sandstrand. Für Schwimmübungen von Anfängern ist dieser Strand wegen seiner ausgeprägten Brandung jedoch nicht geeignet. Der im Hafen von La Restinga gelegene Strand ist jedoch auch zum schwimmen und aalen geeignet. Hingegen für Individualurlauber ist El Hierro sehr attraktiv. Es besticht dabei durch seine reiche Tier- und Pflanzenwelt. Es gibt dabei alleine fast ein Dutzend Pflanzen, die einzig nur auf El Hierro vorkommen.

El Hierro und der Nullmeridian

Die Kanareninsel El Hierro ist die kleinste und auch die am westlichsten gelegene Insel des Archipels im Atlantischen Ozean. Auf der Insel kann man durch ihre geografische Lage mehrere Klimazonen erleben. Im Jahr 1634 wurde die Insel als Nullmeridian fixiert, und zwar aus dem Grund, weil die Insel El Hierro bis zu der Entdeckung von Amerika im 15. Jahrhundert als das äußerste Ende der westlichen Welt galt. Es war dabei König Ludwig XIII. der erklärte, dass dieser Nullmeridian für alle Kartographen verbindlich ist.

Der heute gültige und auch bekannte Meridian von Greenwich hingegen setzte sich erst – obwohl bereits 1738 entdeckt – im Jahr 1884 durch gegen andere nationale Nullmeridiane, wobei der Nullmeridian von El Hierro eine ganz besondere Bedeutung hatte. Erst um 1911 jedoch löste der Nullmeridian von Greenwich den Nullmeridian von El Hierro nach und nach ab. El Hierro wurde dabei über Jahrhunderte hinweg auch Isla del Meridiano genannt.

Denn der durch El Hierro verlaufende Ferro-Meridian, den einst im Jahr 150 ein Astronom und Mathematiker namens Claudius Ptolemäus definierte, war Bezugsmeridian, nachdem sämtliche Landkarten und Navigationskarten vom 17. Jahrhundert an bis ins 19. Jahrhundert hinein, ausgerichtet waren. Danach dauerte es aber noch mehrere Jahrzehnte, bis dessen Bedeutung wirklich zu schwinden begann und alle kartografischen Systeme vollständig umgestellt waren. Es ist dabei so, das man bei der Landvermessung in Österreich und auch in Deutschland, sowie in vielen anderen Ländern auch, den so genannten Gauß-Krüger-Meridianstreifen, der auf dem Ferro-Meridian beruht, noch bis etwa 1990 verwendet wurde. Ein Vorteil bei diesem Nullmeridian waren die positiven Werte für ganz Europa.

El Hierro auf dem Weg in die Neuzeit und die Wehrhaftigkeit der Bevölkerung

Über 300 Jahre Geschichte in Form des Inselarchivs wurden bei einem Brand im Juli 1899 im Rathaus von Valverde, der Inselhauptstadt von El Hierro, vernichtet. Geführt wurde dies seit dem Jahr 1553. An diesem Tag gingen viele bedeutende Dokumente über die Inselgeschichte verloren, und zwar unwiederbringlich. In dieser Zeit brach auf El Hierro auch eine Pockenepidemie aus. Daraufhin folgte eine lange Dürre und starke Regenfluten. El Hierro wurde in dieser Zeit also schwer gebeutelt. Seit dem Jahr 1912 darf sich jeder der Kanareninsel selbst verwalten. Es wurden die so genannten Cabildos Insulares, die Inselregierungen eingerichtet. Die Jahre 1914 bis 1918, also die Jahre des 1. Weltkrieges, gingen an der Insel El Hierro spurlos vorüber. Der Weg in die Neuzeit begann für El Hierro während der 2. Republik in den Jahren 1931 bis 1936. In diesen Jahren wurde auch der Hafen ausgebaut, sowie die Straßen neu angelegt. Darüber hinaus wurde auch die Wasserversorgung verbessert und auch die sonstige Infrastruktur erweitert. Über El Hierro brachte auch der 2. Weltkrieg nur wenig Unheil, wohingegen den anderen Kanareninseln schon.

Die spanische Regierung hatte in den 1990er Jahren auf El Hierro eigentlich große Pläne. So sollte eine zivile Raketenbasis auf der Insel installiert werden. Es war dabei geplant von der europäischen Weltraumbehörde ESA ausgehend zwei Forschungssatelliten im Jahr von dort aus in den Weltraum zu senden. Die Inselbewohner setzten sich gegen diese Pläne jedoch zur Wehr, weil aus Sicherheitsgründen auch beim Startzeitpunkt benachbarte Dörfer hätten evakuieren werden müssen. Letztlich wegen der einzigartigen Natur auf El Hierro wurde das gesamte Vorhaben durch das kanarischen Parlaments abgelehnt.

Die Geologie von El Hierro

Die Kanareninsel El Hierro ist, wie auch alle übrigen Inseln des Archipels, vulkanischen Ursprungs. Mit jedoch 1,12 Millionen Jahren ist El Hierro die jüngste Insel des Archipels. Der einzige dokumentierte Ausbruch eines Vulkans fand, begleitet von einem Erdbeben, im Jahr 1793 statt. Ausgebrochen ist damals der Lomo Negro bei Playa Verodal. Im Gegensatz zu den anderen Inseln des Archipels befindet sich El Hierro noch in der ersten der drei Phasen ihrer Entstehungsgeschichte.

Von der Landschaft her gesehen ähnelt El Hierro dabei auch nicht den Nachbarinseln. Es ist nämlich so, dass El Hierro außer im Nordosten der Insel kaum von Schluchten, den so genannten Barrancos, zergliedert ist. Das Bild der Landschaft auf El Hierro wird dabei jedoch vornehmlich von der Cumbre, der bewaldeten Gipfelregion der Vulkanberge, geprägt. Auf El Hierro gibt es dabei grob gesagt drei Landschaftsformen, nämlich die weiten Hochebenen im Nordosten, sowie das El-Golfo-Tal, das sich im Nordwesten befindet, und dann schließlich im Südwesten El Julans.

El Hierro ist von seiner Landschaft her gesehen auch aus dem Grund sehr markant, weil es im Verhältnis zu seiner gesamten Grundfläche doch sehr hoch ist. Die höchste Erhebung liegt nämlich bei 1.5000 m. Zu 90 Prozent weist die Küste dabei steile Klippen auf. Flache Küstengebiete gibt es daher kaum, nur im Golftal. Das Hochland von El Hierro hingegen ist sehr fruchtbar und eher sanfthügelig. Diese Konstellation ist im kanarischen Archipel dabei einzigartig. Landwirtschaftlich wird die Hochebene von El Hierro daher auch stark genutzt. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch wiederum eine karge Lavawüste.


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Land: Spanien
Inselgruppe:
Kanarische Inseln
Hauptstadt: Valverde
Fläche: 268,71 km²
Einwohner: ~10.500
Dichte: 39,29 Einwohner/km²