Beliebte Artikel

Nebelwald
Nebelwald Nebelwald

Lagarto gigante
Lagarto gigante Lagarto gigante

Klima
Klima Klima

El Hierro im El Hierro-Lexikon

El Hierro ist die kleinste und auch die westlichste Insel der Kanaren, die sich im Atlantischen Ozean befinden. Auf einer Gesamtfläche von rund 268 km² leben rund 10.000 Menschen. Vom spanischen Festland liegt El Hierro rund 1.458 km entfernt. Wie die anderen kanarischen Inseln auch, gehört auch El Hierro dabei politisch gesehen zur Provinz Santa Cruz de Tenerife. Die Inselhauptstadt ist Valverde, die aus einem Dorf der Einheimischen entstanden war. Valverde ist die größte Stadt der Insel, wobei auch sie eher einen dörflichen Charakter hat. Aber immerhin ist Valverde dabei der Sitz des Inselrates. Dennoch wird das Landschaftsbild auch hier von Gemüsegärten und Ziegenherden geprägt. Daran hat sich auch nichts geändert, als der sanfte Tourismus eingeführt wurde. Und beim sanften Tourismus soll es dabei auch bleiben, wenn es nach dem Willen der Inselregierungen der Kanaren geht. El Hierro zeichnet sich dabei dadurch aus, dass es ein wahres Paradies für Wanderer und Naturliebhaber ist, wobei der vulkanische Ursprung der Insel allgegenwärtig ist. Badeurlauber hingegen kommen nur an wenigen Stellen auf ihre Kosten, jedoch hat El Hierro auch ein Taucherparadies zu bieten. Autobahnen, große Touristenzentren und Vergnügungsparks sucht man aus diesem Grund auf der Insel El Hierro auch vergeblich. Und auch ansonsten ist die Infrastruktur eher bescheiden. Die einzige Ampel der Insel befindet sich vor der Tunneleinfahrt Los Roquillos. Das übrige Straßennetz ist jedoch auch inzwischen sehr gut ausgebaut. Einer Erkundung der Vulkaninsel El Hierro steht also nichts im Wege – sei es per Mietwagen, oder aber per Rad, oder auch zu Fuß.

Die ersten Siedler

Wann genau die ersten Siedler auf El Hierro ankamen, das lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Fest steht jedoch, dass es Auswanderer waren, die versuchten dem Hunger zu entkommen und aus Afrika stammen, bzw. aus der Sahara. Aber auch hier scheinen sich die Historiker nicht ganz einig zu sein, denn es könnte sich auch um Menschen gehandelt haben, deren Heimat von den Römern zerstört wurde.

Die neuzeitliche Eroberer trafen auf den Inseln der Kanaren auf eine intakte steinzeitliche Kultur. Sogar von Insel zu Insel war diese Kultur dabei unterschiedlich. Die letzte Phase der Steinzeit auf den Kanaren liegt somit also nur rund 500 bis 600 Jahre zurück. Zahlreiche Zeugnisse der frühen Besiedlung der Inseln der Kanaren sind noch allerorts zu finden. Dass die ersten Siedler dabei aus Nordwestafrika gekommen sein müssen, darauf verweisen nicht nur die Steinkreise, die man fand, sondern auch die Verwandtheit der Sprache mit denen der Berber aus Maghreb und Libyen.

Die ersten Siedler auf El Hierro

Heute ist man sich unter den Historikern einig, dass El Hierros Besiedlung erst nach dem 5. Jahrhundert v. Chr. stattgefunden hat. Die Ureinwohner von El Herros sind die Bimbaches. Diese hatten kaum Kontakte zu den Nachbarinseln und deren Bewohnern, wobei eine Legende besagt, dass eine Frau aus La Gomera den Herreños, wie sich Bimbaches nannten, das Feuermachen beigebracht haben soll.

Die Ureinwohner nannte die Insel im Übrigen Esero, Fero, bzw. Hero, wovon sich auch der heutige Name der Insel El Hierro ableitet, und nicht, wie viele denken vom spanischen Wort für Eisen, welches es im Übrigen auf der Insel gar nicht gibt.

El Hierro als Verbannungsort und Fluchtpunkt

Wenn auch die vorherigen Jahrhunderte seit seiner offiziellen Entdeckung durch die Portugiesen im Jahr 1341 eher uninteressant, dennoch durch Jean de Béthencourt, der im Auftrag des kastilischen Königs Enrique III. handelte, unterjocht, wurde die Insel im 19. Jahrhundert für die Spanische Krone sehr interessant. Wie auch andere Regierungen suchte auch Spanien nämlich für Freigeister, unbequem gewordene Politiker und Militärs einen Verbannungsort. Madrid entschied sich dabei für die Kanareninsel El Hierro.

Unter den Menschen, die von Spaniens Regierung verbannt wurden, waren auch sehr viele Menschen, von denen die Inselbewohner wiederum profitieren konnten. So zum Beispiel von dem Arzt Dr. Leandro Perez, der aus politischen Gründen nach El Hierro verbannt wurde. Dr. Leandro Perez war nämlich der erste Mediziner, der auf die Insel kam. Von der Bevölkerung der Insel wurde er geschätzt.

El Hierro ist die westlichste der insgesamt sieben großen Kanareninseln und mit 287 km² ach die kleinste. Rund 10.500 Menschen leben heute auf der Insel. Diese lebten dort auch in den 1940er Jahren eher schlecht, als recht. Verschiedene Auswanderungswellen ließen die Bevölkerungszahl immer wieder schrumpfen, fast ins Bodenlose stürzen. Gründe hierfür gab es viele – so zum Beispiel politische Krisen, aber auch Dürre- und Hungerjahre. Die Ziele der Auswanderer waren zum Beispiel Venezuela, aber auch Kuba und Puerto Rico. Wie rückständig in der Fortbewegung die Menschen auf El Hierro waren, zeigte sich noch 1949/1950, als viele Menschen mit kaum seetauglichen Segelschiffen ohne Motorenausrüstung in See stechen wollten für eine Atlantiküberquerung, wobei jedoch einig dieses Vorhaben auch wieder schnell aufgaben und umkehrten.


Hauptseite | Impressum | Partnerseiten



ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Land: Spanien
Inselgruppe:
Kanarische Inseln
Hauptstadt: Valverde
Fläche: 268,71 km²
Einwohner: ~10.500
Dichte: 39,29 Einwohner/km²